komm hol Dein Lasso raus

Neptun und Njörðr haben uns bereits drei ganz tolle und unerwartete Segeltage geschenkt! Es war schlechteres Wetter angesagt, als es dann tatsächlich war. In Heiligenhafen haben wir uns auf Regen eingestellt, der hörte aber kurz vor dem Ablegen auf und die Sonne begleitete uns nach Bagenkop. Auch am zweiten Tag hatten wir eine kürzere Etappe geplant wegen des Wetters, aber auch hier riß der Himmel auf und wir entschieden einfach weiter zu fahren, denn der Wind war toll und wir hatten Spaß. So landeten wir in Onsevig.

…ein idyllischer kleiner Hafen, in dem die Zeit stehen geblieben ist wie man sieht. Die Ansteuerung war nicht ohne, wir hatten ordentlich Westwind und vor allem Strömung. Auch waren sich die Seekarten und Plotter nicht einig, was die Betonnung betraf und es fehlte uns eine Tonne. Zudem wurde das Wasser seeeehr flach. Aber gut. Nerven bewahren und Ruhe ausstrahlen war die Devise.

Im Hafenbecken sahen wir dann, daß eigentlich kein Platz ist. Der einzige gut breite Platz schien einem Fischerboot zu gehören, also wollten wir daneben. Leider blieben wir zwischen den Dalben stecken. Rückwärts wieder raus und etwas weiter hinten einen Platz längsseits entdeckt. Dort war beim Näherkommen leider eine Leine gespannt, so daß wir den Platz auch nicht nehmen konnten. Vor lauter “Begeisterung” hatten wir allerdings den Wind unterschätzt und uns in der Ecke eingeklemmt. Nun hieß es umdrehen, was nicht möglich schien, oder rückwärts raus, wogegen der Wind was hatte. Olaf probierte nach allen Regeln der Kunst auf dem Teller zu drehen und rief zwischendurch: “Ich glaube wir sitzen auf Grund…” Mit viel Gas gelang es ihm in einer Meisterdrehung auf dem Punkt und ohne irgendetwas zu berühren unsere Heart of Gold zu aus dem schmalen Schlängel zu bekommen. Es waren vorne und hinten noch 10 cm Platz und ich sprang zwischen Bug und Heck mit einem Fender in der Hand hin und her. Dabei merkte ich mal, wie lang 11 m eigentlich sind…. 😉

Aus dem Nichts stand ein Typ mit Fahrrad irgendwo und zeigte uns den breiten Platz, den wir nun dankbar annahmen. Er nahm die Vorleine an und verschwand genau so, wie er kam. Jetzt war der Platz so breit, daß ich beim Einfahren den Heckdalben nicht erwischt habe, was zu einer schönen Cowboy Akrobatik am Abend führte.

g’lernt is hoid g’lernt… Wir konnten Gott sei Dank auch liegen bleiben, es kam zum Glück keiner mehr der Anspruch auf den Platz erhoben hätte.

Heute Morgen war bereits heftiger Wind und die Vorhersage sieht so aus, daß wir u.U. ein paar Tage liegen müssen bevor es weiter geht. Also stand zur Entscheidung: bleiben oder weg. Wir wollten weg und es ging erneut das Leinenballett los. Startklar hatten wir zwischen 6 und 7 Beaufort im Hafen, das war uns dann doch etwas zu viel und wir beschlossen abzuwarten ob wir ein Loch finden um es zu nutzen. Geduld ist immer ein Helfer und so hatten wir nach 20 Minuten warten die Chance ergriffen und verließen erfolgreich unseren Liegeplatz in Onsevig um einen kurzen Schlag nach Vejrø zu machen. Draußen pfiff der Wind weiterhin ordentlich bei 6,5-7 bf und brachte uns großes Segelvergnügen bei gereffter Genua. Das Groß durfte weiter schlafen. Herrlich unser (T)Raumschiff, wie sie in den Wellen liegt und sich nicht aus der trägen Ruhe bringen lässt. Wir lieben sie dafür! Ruck zuck waren wir da, sind die einzigen Gäste in einem super nach Westen geschützen Hafen und können den morgigen Tag bei ungemütlichem Wetter gemütlich an uns vorbeiziehen lassen. Es schaukelt jetzt schon ab und zu ganz heftig. Herrlich!

Bis bald, seid wie immer herzlich gegrüßt*SanDee & Olaf*

4 Antworten auf „komm hol Dein Lasso raus“

  1. Wunderbar diese schönen und auch spannenden Zeilen von Euch zu lesen. Ich wünsche euch weiterhin so erlebnisreiche tolle Anlegemanöver und etwas weniger Wind beim Anlegen 😘

    1. Danke, liebe Carmen! Dein Wunsch ist schön, den haben wir auch! Wir legen mittlerweile auch so ab, also irgendwie sieht das alles nach grober Absicht aus von oben… Aber es macht Spaß und man lernt jedesmal was dazu…. LG!

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